Rainer Maria Rilke scripsit

„Wir müssen unser Dasein so weit, als es irgend geht, annehmen; alles, auch das Unerhörte, muss darin möglich sein. Das ist im Grunde der einzige Mut, den man von uns verlangt: mutig zu sein zu dem Seltsamsten, Wunderlichsten und Unaufklärbarsten, das uns begegnen kann. Dass die Menschen in diesem Sinne feige waren, hat dem Leben […]

Georgy Catoire: Klaviermusik

Es ist doch höchst erstaunlich, wie viele große Künstler von der „Dame Nachwelt“ (Robert Walser) mit völliger Missachtung gestraft werden, was nach meiner Wahrnehmung in besonders starkem Maße für die Musik gilt. Im Bereich der klassischen Klaviermusik sind in Konzerten beinahe ausschließlich die altbekannten Götter und Giganten, also Chopin, Bach, Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann, Liszt, […]

Gabriele DʼAnnunzio

Gabriele DʼAnnunzio wurde am 12. März 1863 als Sohn eines wohlhabenden Landbesitzers in der adriatischen Küstenstadt Pescara, die zur mittelitalienischen Region Abruzzen gehört, geboren (gest. 1938). Er war eine der schillerndsten Figuren der europäischen Décadence und besaß eine extrem facettenreiche und vitale Persönlichkeit: Er war hochsensibler Dichter, Romancier, Journalist, Kunstsammler, mit Orden und Ehrenzeichen ausgezeichneter […]

Lassen sich Gedichte übersetzen?

Diese Frage lässt sich kurioserweise sowohl mit einem klaren Ja als auch mit einem ebenso klaren Nein beantworten. Zwar werden tagtäglich rund um den Globus zahlreiche Lyrik-Übersetzungen ins Deutsche, Englische, Spanische, Russische, Japanische usw. angefertigt, weshalb vielen Lyrikfreunden unsere Frage als reichlich unsinnig erscheinen dürfte, doch andererseits gibt es auch gewichtige Gründe dafür, die Möglichkeit […]

Zum Verständnis von Lyrik

Bei der Lektüre eines eingängigen Gedichts, wie etwa Mörikes bekanntem Frühlingsgedicht Er ists, werden viele Leser wohl davon ausgehen, dass ihre Erfassung des Gedichts sowohl mit dem Verständnis des Dichters als auch mit der Auslegung anderer Leser übereinstimmt, denn schließlich ist das „blaue Band“ des Frühlings, das in Mörikes Gedicht durch die Lüfte flattert, doch […]

Rudolf G. Binding: der Zauber der Mosel

Es gibt viele (literarische) Beschreibungen der Mosel. Die aus meiner Sicht treffendste und tiefsinnigste stammt von dem deutschen Schriftsteller Rudolf G. Binding (1867–1938). In seiner Moselfahrt aus Liebeskummer. Novelle in einer Landschaft (1932), in der nicht nur das Moseltal, sondern auch der Moselwein und die Menschen dieser Kulturlandschaft besungen werden, heißt es: „Die Mosel liegt […]