Louis-Ferdinand Céline: hellsichtiges Künstlergenie und widerlicher Irrläufer

Der französische Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline hat mit seinem 1932 erschienenen ersten und bekanntesten Roman Reise ans Ende der Nacht eines der innovativsten, radikalsten und größten Prosawerke der Literaturgeschichte verfasst. Inhaltlich zerreißt Céline hier auf rund 650 Seiten die gesamte westliche Zivilisation: den hoffnungslos einsamen egoistischen Einzelnen, die seelen- und herzlose Masse, den heuchlerischen Kleinbürger, den […]

Neil Young

Gottfried Benn urteilte im Jahre 1951 in seinem Vortrag „Probleme der Lyrik“: „keiner auch der großen Lyriker unserer Zeit hat mehr als sechs bis acht vollendete Gedichte hinterlassen, die übrigen mögen interessant sein unter dem Gesichtspunkt des Biographischen und Entwicklungsmäßigen des Autors, aber in sich ruhend, aus sich leuchtend, voll langer Faszination sind nur wenige […]

Franz Liszt: Années de pèlerinage

Joachim Kaiser, den manche als deutschen Musikpapst verehren, andere hingegen für einen „Schwafelhans von Spitzengraden“ (Eckhard Henscheid, Sudelblätter) halten, schreibt in seinem Klassiker Große Pianisten in unserer Zeit (2. Auflage 1974, S. 97): „Gewiss, Wilhelm Kempff ist kein Liszt-Spieler […] Kempff hat weder genug Kraft noch Brillanz für Liszt.“ Ein haarsträubendes Fehlurteil! Viele Liszt-Präsentationen von […]

Gedanken über die Kunst

„Selbst das Wissen um die nie zu füllende Leere und um die Falschheit alles Schönen und Großen ist in gewisser Weise schön und groß und erfüllt die Seele, wenn es sich in großen Geisteswerken ausgedrückt findet.“ (Giacomo Leopardi) „Sollte es denn immer noch nicht klar sein, dass die Kunst niemandem etwas beizubringen vermag, wo der […]

Carlos Drummond de Andrade: Lob des Podex

Carlos Drummond de Andrade wurde 1902 im Hinterland Brasiliens, im Bundesstaat Minas Gerais, als Sohn einer Familie von fazendeiros (Farmern) mit hauptsächlich portugiesischen Wurzeln geboren. Er besuchte unterschiedliche Schulen an verschiedenen Orten, eine Jesuiten-Schule musste er wegen „geistigen Ungehorsams“ verlassen. 1921 begann er in Belo Horizonte, der Hauptstadt von Minas Gerais, als Autor für die […]