Fjodor Iwanowitsch Tjutschew

„Der größte lyrische Dichter Russlands neben Puschkin, nur um vier Jahre jünger als dieser, der kongeniale Zeitgenosse Gogols, Turgenjews, Dostojewskijs, Tolstois, blieb den Russen (natürlich einige wenige Kenner und Liebhaber wahrer Dichtkunst ausgenommen) im Laufe des ganzen 19. Jahrhunderts so gut wie unbekannt. Selbst die neueren Literaturgeschichten erwähnen ihn kaum. Mereshkowskij beklagte sich 1910, dass […]

Lebensrückblick eines Anonymus

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen. Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen. Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin, ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen. Ich würde nicht so gesund leben. Ich […]

Eigene Gedichte (1)

Homo serialis oder Spaziergang mit Hund Vorbei an Weißdorn und Erlen, Pappeln, Eichen, Robinien, Fichte, Apfelbaum und Kiefer, Rotkehlchen, Bachstelze und Kohlmeise, Gartenrotschwanz, Hausrotschwanz, Elster und Eichelhäher, vorbei an Häusern mit Fußballtor und Grill im Garten, vorbei an Häusern mit Grill und Fußballtor im Vorgarten, vorbei an Eigenheimen mit Fußballtor, Ball und Grill im Grün, […]

Lesefrüchte (1): Friedrich Nietzsche, Botho Strauß

„Der Mensch kommt erst ganz langsam dahinter, wie unendlich complicirt die Welt ist. Zuerst denkt er sie sich ganz einfach, d. h. so oberflächlich als er selbst ist.“ (Nietzsche, Nachgelassene Fragmente) „Die Weisheit ist um keinen Schritt über Epikur hinausgekommen — und oftmals viele tausend Schritt hinter ihn zurück.“ (Nietzsche, Nachgelassene Fragmente) „Ich las „Väter […]

Hermann Kasack

Hermann Kasack (1896–1966): ähnlich wie Wilhelm Lehmann und so viele andere ein kaum bekannter begnadeter Lyriker: Bestand Ein Gott schuf in uns das Gedicht. Der Schatten eigner Gegenwart Vergeht vor diesem Licht. Vergeht die Zeit im Augenblick – Des Vogelfluges Fährte bleibt Bestand der Luft. Am Rand Verwehter Wolken treibt Das eigene Geschick. (Für Wilhelm […]