Iwan Aiwasowski: Maler des Meeres

Wenn der Franzose Claude Lorrain der unübertroffene Maler des Himmels ist, dann ist der Russe Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski (1817-1900) der unübertroffene Maler des Meeres. Doch da es sich bei letzterem um einen russischen Maler handelt, ist er selbstredend trotzdem in der westlichen Welt weitgehend unbekannt, denn die ungeheure Ignoranz des Westens gegenüber der russischen Kultur, […]

Pieter Bruegel d. Ä.: Die Jäger im Schnee

Pieter Bruegels Die Jäger im Schnee (1565; Kunsthistorisches Museum Wien) ist sicherlich das bekannteste Winterlandschaftsgemälde der abendländischen Malerei. Den Betrachter fasziniert dieses Werk nicht nur wegen des großen, mit malerischer Exzellenz dargestellten Detailreichtums und des intensiven Eindrucks von Winterkälte und Starrheit der Natur, der sich unmittelbar in ihm einstellt, sondern wohl auch deshalb, weil die […]

Noël-Nicolas Coypel: Der Raub der Europa

Die das Rokoko kennzeichnende Lebensfreude, die Genusshingabe und die tänzerisch-spielerische Leichtigkeit repräsentieren nach Meinung des österreichischen Kulturphilosophen Egon Friedell eine „Tuberkulosensinnlichkeit und letzte Sehnsucht, sich über den Tod hinwegzulügen“, oder anders ausgedrückt: Das Rokoko sei „die Agonie und Euphorie der Barocke“, dessen Wesen sich auf die Formel „liebend und sterbend“ bringen lasse. Die leichtfüßige, anmutige […]

Giotto: die Cappella degli Scrovegni

Der um das Jahr 1267 in der Toskana geborene Maler und Architekt Giotto di Bondone gehört zu den herausragenden Künstlern des italienischen Mittelalters und gilt gleichzeitig als der entscheidende Wegbereiter der Renaissance. Seine bekanntesten Werke sind die Fresken der Bardi- und Peruzzi-Kapelle in der Franziskanerkirche Santa Croce in Florenz, der von ihm entworfene Campanile des […]

Jan Vermeer: Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge

Für Francis Hutcheson, einflussreicher Philosoph der schottischen Aufklärung, beruht die Schönheit eines Objekts in erster Linie auf dessen Fähigkeit, einen Betrachter auf besondere Weise zu berühren. In der Geschichte der abendländischen Malerei gibt es wohl nur wenige Gemälde, die den Betrachter so unmittelbar und so stark fesseln wie Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge (um 1665; […]

Botticelli und die verhinderte Glückseligkeit

Der Kunsthistoriker Horst Bredekamp liefert in seinem äußerst lesenswerten Buch Sandro Botticelli: Primavera. Florenz als Garten der Venus (Berlin, Wagenbach, 2. Auflage 2009) eine plausible Antwort auf die Frage, warum dieses Bild, das Botticelli um das Jahr 1482 malte, auf heutige Betrachter so faszinierend wirkt: Wie der Autor betont, liegt über dem ganzen Gemälde, wenn […]