Eiskunstlauf oder Fußball?

Wer „keine Scheu hat, den genialen Pass eines Xavi, Pirlo, Kagawa oder Thiago durchaus mit dem genialen Satz eines Dichters, das Dribbling eines Cruyff, Zidane, Messi oder Dembélé duchaus mit einem Mozartschen Presto zu vergleichen“, dem werden nicht wenige für Kunst und Schönheit empfängliche Zeitgenossen ein doch eher seichtes Gemüt in Sachen Lyrik und Musik sowie Schönheit im Allgemeinen attestieren, oder sie werden zumindest davon ausgehen, dass der betreffende Autor zum Zeitpunkt dieses Bekenntnisses mental etwas „vernebelt“ beziehungsweise önologisch etwas angeschlagen gewesen sein muss. In einem solchen Zustand könnte man möglicherweise auch so manchen Kopfball von Horst Hrubesch („Manni Flanke, ich Kopf, Tor!“) in ähnlichem Maße goutieren wie eine Goldberg-Variation oder ein Nocturne von Chopin. Nun ja, „chacun à son goût“, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Schöngeister hingegen werden sich, wenn man schon Sport und Kunst in Verbindung bringen möchte, ganz gewiss nicht dem Fußball, dem Handball, dem Radsport usw., sondern selbstredend dem Eiskunstlauf zuwenden, welcher, wie die folgenden Videos höchsteindrücklich zeigen, das morphologische Element „-kunst-“ mit allervollster Berechtigung als konstitutiven Bestandteil aufweist. Oder kürzer formuliert: Ist Fußball Kunst? I wo! Ist Eiskunstlauf Kunst? Zweifelsohne! Er ist eine wunderbare Kombination aus Sport und Kunst! Wobei einige Eiskunstlaufladies, in Sonderheit Russinnen, das Herz der Zuschauer auch noch mit bezaubernder Anmut und einer gehörigen Portion Sex-Appeal beglücken. Was für eine berauschende Form der Unterhaltung!