Poesie aus Rumänien

Tudor Arghezi (1880–1967):[1]

Tîrziu de toamnă

Prin singurătatea lui brumar
Se risipeşte parcul, cît cuprinzi,
Învăluit în somnul funerar
Al fumegoaselor oglinzi.

Căci prin mijloc, bolnav de mii de ani,
Întunecat în adîncimi un lac e-ntins,
Şi sîngele, din vii şi din castani,
Pe faţa ruginie a undelor s-a prins.

Tristeţea mea străvede printre arbori zarea,
Ca-ntr-un tablou în care nu-nţelegi:
Boschet sau aşteptare opreşte-n fund cărarea?
Şi liniştea-i ecoul buchetelor pribegi.

Spital de întristare, de căinţă,
În care-ţi plîngi iubirea nentîmplată
Şi-ţi aminteşti cu dor, cu-o suferinţă,
Făptura nentîlnită niciodată.

Molifţi, cîţiva, s-au întîlnit departe,
Pe cînd murmurul parcului se roagă …
Se-nchide înserarea ca o carte
Şi sufletul în foi, ca o zăloagă.

 

In Einsamkeit, die den November traf,
Dehnt sich der Park, soweit das Auge reicht.
Gehüllt in einen leichenhaften Schlaf
Von Wasserspiegeln, welchen Dunst entweicht.

In seiner Mitte, tausend Jahre krank,
Der See, des Tiefe dunkel ist, und Blut,
Das vom Kastanienlaub und Weinberg sank,
Gerann auf seiner Wellen rostiger Flut.

Und meine Traurigkeit sieht durch den leeren Garten,
Den Horizont, des Schwermut die Frage macht verstummen:
Verhüllt den Pfad im Grunde Gebüsch oder Erwarten?
Die Stille ist das Echo der heimatlosen Blumen.

Im Krankenhaus der Schwermut und der Reue
Klagst du um Liebe, die du stets vermisst,
Und denkst in Sehnsucht und verlorener Treue
Des Wesens, dem du nie begegnet bist.

Der Garten murmelt, zum Gebet entschlossen.
Begegnet sind einander ein paar Eichen.
Der Abend hat sich wie ein Buch geschlossen
Und deine Seele ist das Lesezeichen.

 

Gheorghe Pituţ (1940–1991):[2]

Pierdut

Nimeni
nu se gîndeşte la nimeni,
o grabă ne-nţeleasă
ne arde tălpile
şi-ntotdeauna
cel întîlnit ne pare
c-ar trebuie să fie altul
pierdut
din calea noastră pe vecie.

 

Niemand
denkt an niemanden,
nichtbegriffene Eile
verbrennt unsere Sohlen
und immer scheint uns,
dass der, dem wir begegnen,
der andere sein müsste,
den wir von unserem Weg
für immer verloren.

 

[1] Original in: Moderne rumänische Gedichte. Eine Auswahl. Rumänisch und Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Markus Lakebrink, Stuttgart, Reclam, 1973, S. 20, 22; Übersetzung von Alfred Margul-Sperber.

[2] Original und Übersetzung in: Moderne rumänische Gedichte. Eine Auswahl. Rumänisch und Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Markus Lakebrink, Stuttgart, Reclam, 1973, 96f.