Voltaire über das Leben

Voltaire, der von Goethe als einer der „größten Geister“ verehrt wurde, war auch ein widersprüchlicher Geist: Er glaubte an das Fortschreiten der Aufklärung, war gleichzeitig aber auch Pessimist:

„Nachdem ich recht nachgedacht habe über die sechzig Jahre voll Torheiten, die ich erlebt und gemacht habe, kommt es mir vor, als sei die Welt ein Haufen von Eitelkeiten, der einen übel macht. Langeweile und Schaumschlägerei, das ist das Leben. Alt und jung, wir machen nichts als Seifenblasen. Wir sind Luftbälle, die die Hand des Geschicks aufs Geratewohl fort stößt; wir hüpfen ein paarmal auf, die einen auf Marmor, die anderen auf Mist, dann ist es aus für immer.“

„Wir sind in dieser Welt wie zum Tode verurteilte Kriegsgefangene, die sich im Augenblick auf ihrer Wiese vergnügen. Jeder wartet, dass die Reihe an ihn kommt, gehängt zu werden, ohne die Stunde zu wissen; und wenn die Stunde kommt, so findet sich, dass man ganz umsonst gelebt hat.“